Ahrtaler Eisenbahnfreunde

2011 Harzquerbahn

Mit Herz und Dampf unterwegs im Harz

Bericht / Fotos von Thomas Urbaniak.


Die „Freunde der Ahrtalbahn“ waren vom 15. Juni bis zum 19. Juni 2011 auf großer Fahrt mit schmaler Spur. Ziel ist der östliche Teil des Harz (Sachsen-Anhalt) gewesen. Unser Ausgangsort war Wernigerode.

Der Harz ist nicht nur landschaftlich schön, sondern bietet auch eines der größten Schmalspurnetze, in dem noch täglich Dampfzüge fahren. Natürlich waren die Dampfzüge einer der wesentlichen Gründe für unsere Reise in den Harz. Beides, die Landschaft und die Dampfzüge, sollten wir an einigen Tagen näher kennen lernen. Um es vorweg zu nehmen, wir waren von den landschaftlichen Schönheiten, dem Eisenbahngeschehen, aber auch von den Menschen absolut begeistert. Doch der Reihe nach…

In Wernigerode haben wir unser Quartier im Hotel Altora bezogen, selbst beworben als das „Eisenbahnhotel im Harz“ (Infos zum Hotel unter: http://hotel-wernigerode-altora.de/). Das Hotel liegt direkt gegenüber der Bekohlungsanlage der Harzer Schmalschmur-Bahnen HSB. Im Hotel gibt es spezielle Panoramazimmer für Eisenbahner, in den Fluren hängen Reiseplakate vom Orient-Express und anderen Zügen und Reisezielen.
Besonders gefallen hat uns die Atmosphäre im Restaurant: Man kann von dort nicht nur das Treiben auf der Bekohlungsanlage der HSB beobachten,
Das Bahngelände der HSB in Werningerode-Zoom in
Das Bahngelände der HSB in Werningerode
Entschlacken und Bekohlen ist schweißtreibend.Männerarbeit!	-Zoom in
Entschlacken und Bekohlen ist schweißtreibend.Männerarbeit!
sondern erhält die Getränke sogar per LGB-Zug an den Platz serviert.
Im Hotel bringt der Zug die Getränke - echt spaßig-Zoom in
Im Hotel bringt der Zug die Getränke - echt spaßig
Ein wirklich besonderes Erlebnis! Einzige Anmerkung: Das testweise Signalgeben „Zp 9“ führte beim Restaurant-Personal zu Irritationen. Wir konnten das Missverständnis durch eine fachkundige Einweisung schnell aus dem Weg räumen.

Am Mittwoch Nachmittag haben wir in einer Gruppenführung die Lokwerkstatt der HSB (http://www.hsb-wr.de/) in Wernigerode kennen gelernt. Einige aktive Dampfrösser, aber auch historische Triebwagen der „Nordhausen-Wernigeroder-Eisenbahn-Gesellschaft“ erwarteten unsere begierigen Blicke.

Unser Dank gilt unserem Gruppenführer, Herrn Schröder von der HSB, der jede unserer Fragen sachkundig beantworten konnte. Er ermöglichte uns sogar spontan die Mitfahrt für eine Station vom Westerntor bis zum Bahnhof Wernigerode mit einem Sonderzug, der von zwei Mallets gezogen wurde!
Unser Gruppenführer bei der Präsentation des HSB-Netzes-Zoom in
Unser Gruppenführer bei der Präsentation des HSB-Netzes
In der Lokwerkstatt der HSB am Westerntor-Zoom in
In der Lokwerkstatt der HSB am Westerntor
Die Malettloks erreichen mit einem Sonderzug den Bf Westerntor-Zoom in
Die Malettloks erreichen mit einem Sonderzug den Bf Westerntor
Im Anschluss an die Führung hatten wir genügend Zeit, die wunderschöne Altstadt von Wernigerode zu besichtigen: Überall Fachwerkhäuser, schön restaurierte Straßenzüge, und in der Luft die Prise von Dampflokqualm :) :) :).
Eine der schön restaurierten Straßenzüge-Zoom in
Eine der schön restaurierten Straßenzüge
Das Rathaus von Wernigerode-Zoom in
Das Rathaus von Wernigerode
Am Donnerstag haben wir uns auf den Weg nach Rübeland gemacht und besuchten dort den Historischen Lokschuppen der Rübelandbahn. Die Rübelandstrecke ist eine der steilsten Strecken in Normalspurweite der Welt! Diese Strecke wird heute nur noch für den Transport von Kalk verwendet. Früher wurde sie von „Harzkamelen“ und „Mammuts“ befahren. Im Historischen Lokschuppen besichtigten wir eines der erhaltenen „Mammut“- Exemplare.
Mit einer Mammut vor dem Historischen Lokschuppen-Zoom in
Mit einer Mammut vor dem Historischen Lokschuppen
Ein Weinpräsent von der Ahr für den Vereinsvorsitzenden	-Zoom in
Ein Weinpräsent von der Ahr für den Vereinsvorsitzenden
An dieser Stelle danken wir Herrn Jäger und Herrn Borchert, beide vom Förderverein der Rübelandbahn (http://www.foerderverein-ruebelandbahn.de/) für ihre Bereitschaft, uns außerhalb der regulären Öffnungszeiten mit viel Herz und Verstand willkommen zu heißen!

Weiter ging es am Donnerstag Mittag nach Quedlinburg, einer UNESCO-Weltkulturerbestadt. Dort besichtigten wir – geführt von Dietmar Deicke, einem Freund der Selketalbahn - die historische Altstadt. Dietmar Deicke hat sich viel Zeit genommen, um uns einen prächtigen Eindruck seiner Heimatstadt zu präsentieren.
Vor dem Rathaus von Quedlinburg-Zoom in
Vor dem Rathaus von Quedlinburg
Mango-Brombeer-Käsekuchen vom Käsekuchen-Haus-Zoom in
Mango-Brombeer-Käsekuchen vom Käsekuchen-Haus
Wir haben viel gesehen, was „normale“ Touristen wohl eher nie sehen werden. Klar, dass wir unseren Dank an ihn im Brauhaus zünftig beim Abendessen ausgesprochen haben. Auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für sein Engagement!
Ein Weinpräsent für unseren ehrenamtlichen Führer Quedlinburger Rathaus-Zoom in
Ein Weinpräsent für unseren ehrenamtlichen Führer Quedlinburger Rathaus
Am Freitag stand eine Fahrt mit der dampfbetriebenen Brockenbahn auf dem Programm. Allen „Warnungen“ im Vorfeld zum Trotz konnten wir diese Fahrt bei bestem Wetter erleben. Einige Teilnehmer unserer Reisegruppe haben sogar einen Teil der Strecke (von Schierke aus) auf den Brocken erwandert. Der Wanderweg verläuft größtenteils parallel zur Bahntrasse, so dass wir erleben konnten, mit wie viel Kraftanstrengung und Dampfausstoß die Dampfzüge den Brocken hoch gefahren sind.

(Redaktioneller Hinweis: Die HSB-Lokomotive 99 6101 war im Jahr 2007 auf der Brohltalbahn im Einsatz gewesen.)
Anfahrt im Bf Schierke - So viel Dampf, dass kaum die Sonnenstrahlen durchkommen.	-Zoom in
Anfahrt im Bf Schierke - So viel Dampf, dass kaum die Sonnenstrahlen durchkommen.
Der Wanderweg kurz vor dem Brocken-Zoom in
Der Wanderweg kurz vor dem Brocken
Zug zum Brocken in voller Fahrt-Zoom in
Zug zum Brocken in voller Fahrt
Der Brockenbahnhof-Zoom in
Der Brockenbahnhof
Oben angekommen hatten wir bei gutem Wetter beste Sicht auf die Umgebung und in die Ferne. Eine Fahrt auf den Brocken muss man wirklich erlebt haben!
Im Winter kann es hier richtig ungemütlich werden.)	-Zoom in
Im Winter kann es hier richtig ungemütlich werden.)
Nach der Wanderung glücklich vor dem Dampfzug.-Zoom in
Nach der Wanderung glücklich vor dem Dampfzug.
Am Abend hatten wir in Wernigerode noch Gelegenheit, das Rathausfest mitzufeiern. Auf vier Bühnen wurde durchweg gute Musik von Live-Bands gespielt, in einem Bereich gab es sogar einen historischen Markt mit Gauklern und Handwerkern. Nach so viel Eindrücken waren wir später froh, bei einem heimischen Pils zur Ruhe zu kommen. Welches Pils? Na, das Bier mit dem Auerhahn auf dem Logo natürlich (= „Hasseröder“)!

Am Samstag fuhren wir eine andere Strecke des Schmalspurnetzes: Die Fahrt mit der Selketalbahn sollte in Quedlinburg beginnen. Allerdings waren wir tatsächlich Streikauswirkungen einer privaten Lokführergewerkschaft ausgesetzt: Wir kamen zwar mit dem Zug bis zum Umsteigebahnhof Halberstadt, jedoch war ab dort SEV (Schienenersatzverkehr) im Einsatz. Nur durch Abstimmung mit der Zugsteuerung der HSB und gutem Zureden auf den Busfahrer haben wir mit viel Glück unseren Dampfzug erreicht. Darüber waren wir sehr froh.
Die eigentliche Reise führte mit einem Dampfzug von Quedlinburg nach Alexisbad, dann weiter mit einem Triebwagen nach Harzgerode. Begleitet wurden wir von Herrn Dietmar Deicke und zeitweise von Herrn Fricke, beide vom Freundeskreis der Selketalbahn
( http://www.selketalbahn.de/ ).
Prima, dass unser Dampfzug gewartet hat-Zoom in
Prima, dass unser Dampfzug gewartet hat
Wir freuen uns auf die Fahrt-Zoom in
Wir freuen uns auf die Fahrt
Wartender Triebwagen in Harzgerode.	

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Wartender Triebwagen in Harzgerode.
Fahrterlebnis im Selketal-Zoom in
Fahrterlebnis im Selketal
In Harzgerode angekommen haben wir spontan entschieden, den Rückweg bis Alexisbad zu wandern. Harzgerode selbst ist ein wunderschönes, kleines Städtchen mit viel Fachwerkhäusern. Die Strecke bis Alexisbad führte durch einen Wald, und war sehr angenehm zu laufen.
Kurze Zeit später fuhren wir mit einem Triebwagen bis Gernrode. Dort haben uns mehrere Freunde der Selketalbahn herzlichst in Empfang genommen. Unser neuer Bahnfreund, Dietmar Deicke, übernahm die Führung in deren vereinseigenem Museum. Die Sammlung rund um die Selketalbahn ist absolut sehenswert und auf jeden Fall einen Besuch wert!
Im vereinseigenen Museum in Gernrode	-Zoom in
Im vereinseigenen Museum in Gernrode
Gastfreundliche Eisenbahnfreunde-Zoom in
Gastfreundliche Eisenbahnfreunde
Fröhliches Grillen mit den Selketalbahnfreunden-Zoom in
Fröhliches Grillen mit den Selketalbahnfreunden
Im Anschluss haben wir gemeinsam mit unseren neuen Freunden im Vereinsgarten gegrillt. Garniert wurde der Abend mit der Ankunft eines von einer Mallet-gezogenen Dampfzuges, der im strahlenden Seitenlicht der Sonne die leichte Steigung bis zum Bahnhof Gernrode in Angriff genommen hatte.
In der Abenddämmerung in Gernrode-Zoom in
In der Abenddämmerung in Gernrode
Auch dieser Tag wird uns für lange Zeit in Erinnerung bleiben. An dieser Stelle danken wir den Freunden der Selketalbahn, insbesondere unserem neuen Freund Dietmar Deicke, für ihr tolles Engagement! Wir haben natürlich eine Gegeneinladung bei uns im Ahrtal ausgeprochen!

Jede noch so schöne Reise muss leider irgendwann einmal enden. Wir hatten fünf sehr ereignisreiche Tage, und sind sicher, dass diejenigen Freunde der Ahrtalbahn, die zu Hause bleiben mussten, eine Menge verpasst haben. Wir für unseren Teil wollen die neuen Kontakte und Freundschaften pflegen, und auch bald wieder in den Harz reisen. Denn im Harz ist man mit viel Herz und Dampf unterwegs!