Ahrtaler Eisenbahnfreunde

Besuch bei Minister Hendrik Hering

Umbau Bahnhof Ahrweiler 2009

Am 07. Mai 2008 besuchten die Freunde der Ahrtalbahn den rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Hendrik Hering. In einem längeren Meinungsaustausch schilderten sie ihm wichtige Anliegen zur Förderung des Schienenverkehrs an Rhein und Ahr.

von li Rainer Bohnet, Kurt Josten, Petra Elsner, Hendrik Hering, Wolfgang Groß, Walter Paetz, Günter Hoffmann-Zoom in
von li Rainer Bohnet, Kurt Josten, Petra Elsner, Hendrik Hering, Wolfgang Groß, Walter Paetz, Günter Hoffmann
Nach dem Besuch im Ministerium in gemütlicher Runde-Zoom in
Nach dem Besuch im Ministerium in gemütlicher Runde
2009 soll nun endlich der dringend notwendige Umbau des Bahnhofs Ahrweiler erfolgen und moderne Bahnsteiganlagen entstehen. Dies war eines der Ergebnisse eines Gesprächs der "Ahrtalbahnfreunde" mit Verkehrsminister Hendrik Hering vor wenigen Tagen in Mainz.
Weitere Themen des ausführlichen Meinungsaustausches waren die sich ständig verschlechternden IC-Verbindungen beim Bf Remagen, neue Haltepunkte auf der Ahrtalbahn, kein Abzug der modernen Triebwagen von der Ahrstrecke sowie die Förderung des Schienengüterverkehrs in der Region.

Die Organisation und Terminierung des Gesprächs im Mainzer Verkehrsministerium hatte Mdl Petra Elsner (SPD) auf Bitten von Wolfgang Groß, dem Sprecher der Eisenbahnfreunde, übernommen. Schon im Vorfeld wurden die Gesprächspunkte dem Ministerium übersandt. Die seit 1999 bestehende Gruppe der "Ahrtalbahnfreunde" bemüht sich engagiert um die Förderung des Schienenverkehrs in der Region und zeigt dabei auch Möglichkeiten zu Verbesserungen auf.

Wolfgang Groß erläuterte Minister Hering und seinen leitenden Mitarbeitern anhand von Bildern die für Fahrgäste unfallgefährliche Situation der Bahnsteige Ahrweiler. Er kritisierte die seiner Meinung nach zögerlichen Planungen der DB und hob hervor, dass die Stadt Bad Neuenahr ihre Zusagen eingehalten habe. Schon vor rd 10 Jahren wurden die Gespräche zum dringend notwendigen Umbau aufgenommen. Hierzu konnte Minister Hering erläutern, dass der Umbau nach Intervention des Ministeriums nun endlich 2009 erfolgen soll.

Die Eisenbahnfreunde von der Ahr informierten den Minister weiter über aktuelle Planungen der DB, die modernen Triebwagen gegen eine ältere Bauart auszutauschen. Hintergrund sei ein Einsatz der VT 643 in anderen Regionen des Landes. Bei den älteren Triebwagen der Baureihe 628 ist die Einstiegssituation allerdings besonders für ältere Menschen, Reisende mit Kinderwagen oder Fahrrädern wesentlich schwieriger da mehrere Stufen zu bewältigen sind.

Der Minister sagte zu, sich bei den zuständigen DB-Stellen intensiv für den Verbleib der modernen Triebwagen an der Ahr einzusetzen. Er informierte in diesem Zusammenhang, dass der Betrieb der Ahrtalbahn bis Bonn erst für den Fahrplan 2013 ausgeschrieben wird. Ein wesentlicher Vorteil der Ausschreibung ist die vertragliche Verpflichtung u.a. für den Einsatz bestimmter Fahrzeuge und mehr Servicepersonal. Da die Ausschreibung im Zusammenhang mit dem Kölner Dieselnetz erfolgen soll, könnte dann ab 2013 eine direkte Durchbindung der Strecke Euskirchen - Bonn - Remagen - Ahrbrück möglich werden.

Der Neubau von Haltepunkten an der Ahrtalbahn war ein weiteres Thema des Gesprächs in Mainz. Als Beispiel sprachen die Eisenbahnfreunde den Wunsch des Ortsteils Lohrsdorf an. Eine Unterstützung durch das Land sei nach Aussagen des Ministers aber grundsätzlich erst dann möglich, wenn die zuständige Stadt/Gemeinde den Antrag formell stellt. Dies ist für Lohrsdorf bislang nicht erfolgt. Ein weiterer Schritt wäre dann eine Kosten/Nutzenrechnung, die ein positives Ergebnis haben sollte. Neue Haltepunkte könnten in die Fortschreibung des "Rheinland-Pfalz-Taktes" aufgenommen werden.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Eisenbahnfreunde war die Forderung nach mehr Fernverbindungen am Bahnhof Remagen. Besonders der Wegfall der IC-Verbindung um 7.12 Uhr Richtung Köln/Bonn beim letzten Fahrplanwechsel hat viele Pendler hart betroffen. Der ständige Abbau der attraktiven überregionalen Verbindungen müsse gestoppt werden, so Wolfgang Groß in seinen Ausführungen. Minister Hering sagte zu, sich auch in Kooperation mit der Stadt Bonn für den Erhalt und Ausbau der Fernverkehrsverbindungen einzusetzen.

Rainer Bohnet, Vorsitzender des Kreisverbandes des VCD, regte eine Unterstützung zum Aufbau des regionalen Schienengüterverkehrs an. Viele Unternehmen an Rhein und Ahr verfügen noch über Gleisanschlüsse und regionale Eisenbahnbetriebe wie RSE oder Brohltalbahn sind interessiert an solchen Verkehren und könnten zur Entlastung der Straßen beitragen. Die Vertreter des Ministeriums sagten auch hier Unterstützung zu. Besonders im Rahmen von Gleisanschlußverkehren stehe man Rat und Tat zur Verfügung.