Ahrtaler Eisenbahnfreunde

Elektronisches Stellwerk

Unterlagen zu Bahnübergängen derzeit zur Prüfung beim Eisenbahn-Bundesamt

Die bewährte (mechanische) nostalgische Signal- und Weichentechnik muss weichen


Der Bau eines elektronischen Stellwerks auf der Ahrtalbahn soll im kommenden Jahr in die Umsetzungsphase gehen. Dies teilte Ewald Klüe, Leiter Regionalnetze Mitte (I.NVR-MI) der DB Netz AG jetzt auf mit. Klüe erklärte weiterhin, dass die Entwurfsplanung für die beiden Bahnübergänge in Dernau abgeschlossen sei. Die Entwürfe seien mit den Gemeinden und anderen betroffenen Trägern öffentlicher Belange abgestimmt. Zur Zeit werde mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Frankfurt der DB-Antrag zur Planfeststellung abgewartet. Man hoffe, dass im Herbst dieses Jahres die Offenlage der Unterlagen erfolgen kann. Sofern keine größeren Einwände gemacht würden, könnte zu Beginn des neuen Jahres dann das Planrecht durch das EBA erteilt werden, damit der Umbau - wie geplant - in 2017 zusammen mit dem elektronischen Stellwerk (ESTW) erfolgen kann.

Für die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks auf der Ahrtalbahn sei unter anderem der Umbau des Bahnübergangs in Dernau in Kilometer 18,3 und des Bahnübergangs in Kreuzberg in Kilometer 26,3 erforderlich. Hierbei handele es sich um planrechtsrelevante Änderungen im Sinne der Planfeststellungsrichtlinie, für die von DB Netze AG ein Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) beantragt worden sei. Die Planungen zu diesen beiden Bahnübergängen seien den Gemeinden vorgestellt und soweit möglich mit Ihnen abgestimmt worden. Zu der in diesem Zusammenhang geplanten Verbreiterung des Ahrweges wolle, so der Bahn-Sprecher, die Gemeinde Dernau die Abstimmungen mit dem EBA abwarten, da hier die Notwendigkeit der Verbreiterung in diesem Umfang in Frage gestellt worden sei. Die endgültige Abstimmung hierzu werde mit den Sachbereichen 1 und 2 des EBA, Außenstelle Frankfurt, im Zuge des Planfeststellungsverfahrens erfolgen.

Für den Bahnübergang „Steinbergsmühle“ in Kilometer 19,1 in Dernau hingegen hätten die Planungen erst begonnen. Hier wird der Nachbau einer technischen Sicherung (vermutlich durch Halbschranken) erforderlich. Sobald die Vorplanung vorliegt, werde diese mit der Gemeinde abgestimmt. Dieser Bahnübergang sei jedoch für die Inbetriebnahme des „ESTW-R“ nicht relevant.

Bald gibt es keine Formsignale mehr an der oberen Ahrstrecke-Zoom in
Bald gibt es keine Formsignale mehr an der oberen Ahrstrecke
Gemeinde Dernau

Der Dernauer Ortsbürgermeister, Alfred Sebastian, teilte Rückfrage von Blick Aktuell mit, das man bezüglich der Bahnübergänge man in 2016 noch keine neue Nachricht von der DB erhalten habe. Er widerspricht damit den Ausführungen der Deutschen Bahn Netz. Die Gemeinde habe den bisherigen Planungen so nicht zugestimmt. „Insbesondere die Verbreiterung des Ahrweges im Einmündungsbereich zur Bundesstraße haben wir abgelehnt. Daraufhin habe ich nichts mehr gehört. Vom Bahnübergang „Steinbergsmühle“ haben wir noch überhaupt keine Planunterlagen gesehen“, teilte Sebastian weiter mit. Über die Notwendigkeit der Maßnahme an diesem bislang völlig ungesicherten Bahnübergang herrscht im Dernauer Rat jedoch Übereinstimmung.

Aussage EBA:

Zum konkreten Fall teilte das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) auf Anfrage folgendes mit: „Für die Änderungen der Bahnübergänge in Dernau (und Kreuzberg) hat die DB Netz AG die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens beantragt, derzeit prüft das EBA die vorgelegten Planunterlagen. Eine zeitliche Prognose ist indes derzeit nicht möglich“. Mit der Inbetriebnahme des ESTW gehen auch die zahlreichen Fahrdienstleiter-Posten an den Bahnhöfen an der Ahrtalbahn verloren; ebenso die nostalgischen, jedoch über Jahrzehnte bestens bewährten Signal- und Weichenanlagen.