Ahrtaler Eisenbahnfreunde

2014 Weitere schlechte Nachrichten?

Zugleitbetrieb auf der Ahrtalbahn?

Vor wenigen Tagen wurden Pläne der DB Netz AG zur Ahrtalbahn bekannt. Danach soll ab Dezember 2015 zwischen Walporzheim und Kreuzberg/Ahrbrück ein Zugleitbetrieb nach FV-NE eingerichtet werden. Dies bedeutet dann das Ende der Stellwerke Walporzheim, Dernau und Kreuzberg. Vieles ist dabei noch unklar. Daher hat Willi Tempel folgende Presseanfrage an die DB Netz gerichtet. Auf die Antworten sind wir gespannt.


Nach meinen Informationen soll das bisherige Signalsystem im Streckenbereich der Ahrtalbahn zwischen Kreuzberg und Walporzheim für ein vereinfachtes System aufgegeben werden. Demnach ist auf dieser Strecke der Ahrtalbahn zwischen Walporzheim und Ahrbrück (Streckennummer 3000) zum 13.12.2015 ein Zugleitbetrieb nach FV-NE durch DB Netze geplant. Unter anderem hat die Deutsche Bahn mit den politisch Verantwortlichen der Ortsgemeinde Dernau hierzu kürzlich die Planungen und die hieraus resultierenden Konsequenzen für den Ort abgestimmt.
Für den Bereich der Oberwesterwaldbahn (Limburg - Au) hat Ihr Unternehmen gerade erst beachtliche Verbesserungen durch Investitionen in die Infrastruktur zur Fahrzeitverkürzung angekündigt.
In den o.a. Streckenbereich der Ahrtalbahn wurden in den letzten Jahrzehnten hingegen keine nennenswerten diesbezüglichen Aufwendungen durchgeführt. Vielmehr wurden Anlagen und Gleise (Walporzheim, Kreuzberg) zurück gebaut. Es steht zu befürchten, das diese negative Entwicklung sich durch die aktuellen Planungen weiter beschleunigt.

Bei Kritikern bestehen jetzt Befürchtungen, dass das „neue“ System negative Auswirkungen auf den Zugbetrieb (u.a. verlängerte Fahrzeiten) nach sich zieht.

Hierzu bitte ich Sie um folgende Angaben bzw. Auskünfte:
1. Ist bei dem neuen Verfahren sicher gestellt, dass die Leistungsfähigkeit der Strecke verbessert wird und künftig mehr Züge auf dem Bereich Kreuzberg - Walporzheim - Kreuzberg verkehren können (beispielsweise in den Herbstmonaten September und Oktober)?

2. Der ab Dezember 2015 vorgesehene Zugleitbetrieb bzw. dieses Betriebsverfahren wird ja üblicherweise von nicht-bundeseigenen Eisenbahnen genutzt. Trifft es zu, dass bei diesem Verfahren die derzeit ferngestellten Weichen auf Handweichen oder sogenannte Rückfallweichen umgestellt werden und der Triebwagen- bzw. Lokführer diese künftig bedienen muss?
3. Rückfallweichen können ja nur mit geringer Geschwindigkeit befahren werden. Dies führt zu Verzögerungen beim täglichen Betrieb. Welcher Zeitverlust entsteht auf der Strecke Walporzheim - Ahrbrück hierdurch?
4. Wird der gesamte betroffene Streckenabschnitt durch die Umstellung herabgestuft?
5. Behält der Bahnhof Dernau weiterhin seinen Status „Bahnhof?“
6. Wer ist nach der Umstellung für die Reisenden-Sicherung in den Bahnhöfen und Haltepunkte verantwortlich (Lok/Triebwagenführer)?
7. Welche Maßnahmen sind an den beiden Bahnübergängen in Dernau (Umbau in der Ortsmitte und Neubau Bereich „Steinbergsmühle“) konkret erforderlich und welche Kosten kommen/kämen hierbei (insbesondere nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz) auf die Ortsgemeinde Dernau zu? Bleiben die derzeitigen Vollschranken in der Ortsmitte bestehen (wichtig bei Weinfesten usw. am direkt angrenzenden Festplatz).
8. Ist der Betrieb o.a. Vorhaben von der ebenfalls fast zeitlich geplanten Installation der insgesamt neun Bahnfunkmasten zwischen Ahrbrück und Bad Bodendorf abhängig?
9. Wird es nach der Umstellung weiter möglich sein, dass bis Kreuzberg lange Sonderzüge verkehren?
10. Der heutige Zwischentakt (sogenannter „Dernauer Takt“) wurde früher nur bis Bahnhof Ahrweiler Bahnhof (bis Remagen und zurück) geführt. Nach meinen Informationen bestand die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler seinerzeit darauf, die Station/Haltestelle „Ahrweiler Markt“ mit zu bedienen. Hieraus ist demnach der Takt bis Dernau erwachsen. Technisch ist es heute meines Wissens nicht machbar, Züge in Walporzheim enden zu lassen. Nach dem Umbau wäre dies jedoch dann möglich. Ist sichergestellt, dass der „Dernauer Takt“ Dernau - Remagen - Dernau bestehen bleibt und bis wann (Vertrags-Vereinbarung über 20 Jahre im Rahmen des Kölner Dieselnetzes)?
11. Was geschieht nach der Umstellung mit den betroffenen Bediensteten (Fahrdienstleiter) sowie den Räumlichkeiten in Kreuzberg, Dernau und Walporzheim?
12. Wie hoch belaufen sich die voraussichtlichen Gesamtkosten für die geplante Umstellung auf das „neue“ System nach FV-NE?



Im Herbst ein regelmäßiges Bild: überfüllte Züge auf der Ahrtalbahn-Zoom in
Im Herbst ein regelmäßiges Bild: überfüllte Züge auf der Ahrtalbahn