Ahrtaler Eisenbahnfreunde

2014; Antwort aus Mainz - keine Modernisierungen

Modernisierung von Bahnhöfen an der Ahrtalbahn
Negative Antwort vom Mainzer Ministerium

Bonn, 03.01.14

Nach über 25jähriger Planung wurde vor kurzem endlich der Bahnhof Ahrweiler modernisiert. Die Freunde der Ahrtalbahn sehen allerdings auch bei den meisten anderen Bahnhöfen an der Ahrtalbahn die Notwendigkeit zum behindertengerechten Umbau von Bahnsteigen und Zugängen. Dazu wandten sie sich vor einigen Wochen schriftlich an den Mainzer Verkehrsminister Lewentz (SPD). Gleichzeitig informierten sie einige MdL und Bürgermeister Orthen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Kernpunkte des Schreibens waren zum einen die Notwendigkeit, die Bahnsteige in Ahrweiler-Markt, Rech, Bad Bodendorf und Dernau nunmehr auch umzubauen. Dabei wurde insbesondere auf den hohen Anteil älterer, teilweise mobilitäts eingeschränkter Bürgerinnen und Bürger im Kreis Ahrweiler hingewiesen. Die Probleme bei den vielen niedrigen Bahnsteigen und hohen Trittstufen der Züge sowie der teilweise nicht behindertengerechte Zugänge sind schon oft geschildert und beschrieben worden.
Andererseits verwies Wolfgang Groß im Namen der Eisenbahnfreunde auf das neue Personenbeförderungsgesetzes (PbefG). Im § 8 wird dort vorgeschrieben, das alle Verkehrsanlagen bis zum Jahr 2022 behindertengerecht ausgebaut werden sollen. Dies betrifft nach Meinung von Wolfgang Groß sehr eindeutig auch alle Haltepunkte und Bahnhöfe der DB Netz AG, also auch der Ahrtalbahn.

Nunmehr kam die ernüchternde Antwort aus Mainz. Der Minister teilt darin im Kern wortreich mit, das die Förderungsmöglichkeiten des Landes sehr „eingeschränkt sind“. Modernisierungsmaßnahmen an den anderen Bahnhöfen der Ahrtalbahn sind „nicht vorgesehen“. Es wird zwar ein „grundsätzlicher Sanierungsbedarf“ gesehen, es gebe aber andere dringliche Maßnahmen im Land. Es können somit nach Mitteilung des Ministers „derzeit keine Perspektiven für eine Förderung von Modernisierungsmaßnahmen an den Bahnhaltepunkten der Ahrtalbahn“ aufgezeigt werden. Zum Hinweis auf die Pflicht im neuen Personenbeförderungsgesetz zum behindertengerechten Ausbau von Bahnanlagen wird interessanterweise die Frage aufgeworfen, ob diese Norm überhaupt für den Schienenpersonennahverkehr „einschlägig“ sei.

Die Freunde der Ahrtalbahn sind enttäuscht über diese klare Antwort aus Mainz. Es ergibt sich hieraus nicht der Hauch einer Möglichkeit, das innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens irgendeine Verbesserung an den problematischen Haltepunkten im Ahrkreis erfolgen kann. Auch die verschwommene Antwort auf die Frage, ob und wie eine gesetzliche Regelung (behindertengerechter Ausbau von Bahnanlagen) umgesetzt werden soll, enttäuscht die Eisenbahnfreunde. Es scheint um die Auslegung dieser, für normale Leser klare Formulierung zum Ausbau bis 2022, nunmehr juristischen Streit zu geben. Die sehr deutliche negative Antwort zeigt nach Meinung der Eisenbahnfreunde aber auch, welchen Stellenwert der für viele Menschen wichtige ÖPNV-Bereich in den Augen des Ministeriums wirklich hat.

Die Freunde der Ahrtalbahn bitten alle maßgebenden politischen Kräfte, sich trotz solch eines negativen Schreibens intensiv zur Verbesserung der Situation auf der Ahrtalbahn einzusetzen. Ein Blick nach NRW hilft vielleicht, hier werden an der Parallelstrecke der RB 23 (Bonn – Euskirchen) vier neue moderne Haltepunkte gebaut. Müssen also nochmals 25 Jahre ins Land gehen, bis endlich behindertengerechte Bahnanlagen im Ahrkreis gebaut werden?

Schade, dass die Ahrtalbahn kein Flugplatz im Hunsrück oder eine Formel-1-Strecke ist. Dann wären finanzielle Möglichkeiten vielleicht eher gegeben.