Ahrtaler Eisenbahnfreunde

2009 - 10 Jahre Ahrtalbahnfreunde

Ahrtalbahnfreunde feierten 10jähriges Jubiläum

Große Feier mit Ehrungen in Rech

Die Freunde der Ahrtalbahn feierten am 19. Juni 2009 in ihrem Vereinslokal Gasthaus am Herrenberg in Rech ihr zehnjähriges Bestehen. Nach Kaffee und Kuchen ging es gemeinsam in die Katholische Recher Pfarrkirche St. Lucia, wo die Gruppe den Familiengottesdienst mitgestaltete. Am Altar hatten die Bahnfreunde ein Hauptsignal mit Hp 1 aufgebaut. Pastor Lothar Anhalt bezog dieses Jubiläum und das Engagement auch in seine Ausführungen ein. Bei diesem feierlichen Hochamt wurde auch der verstorbenen Eisenbahnerinnen und Eisenbahner gedacht, stellvertretend wurden Hans-Dieter Auster und Johannes Ulrich genannt. Bei der Feier in Gasthaus Herrenberg konnte Wolfgang Groß verschiedene Ehrengäste mit ihren Frauen begrüßen, so den Dernauer Ortsbürgermeister Alfred Sebastian, Adolf Bongartz, Vorsitzender der Brexbachtalbahn sowie Klaus Kemp, den Herausgeber des Buches "Die Ahrtalbahnen". Diese Publikation erschien in den 80er-Jahren und beschreibt die historische Entwicklung der Ahrtalbahn bis in die Eifel. Dieses Buch ist ausverkauft und heute leider nicht mehr zu erwerben. Vor und nach dem Abend-Buffet gab es etliche Ehrungen. Von der "Außenstelle Chur" der Ahrtalbahnfreunde kam eine besondere Glückwunschkarte. Unser Schweizer Freund Josua Gredig, der uns schon zweimal in der Alpenregion betreute, hatte seine Glückwünsche schriftlich übermittelt.

Ehrungen mit dem goldenen Flügelrad

Zunächst dankte Geschäftsführer Günter Hoffmann den anwesenden Gründungsmitgliedern Inge Leif, Thea Auster und Wolfgang Groß mit dem "goldenen Flügelrad".
Günter Hoffmann (von re) ehrt die Gr�ndungsmitglieder Thea Auster, Wolfgang Groß und Inge Leif-Zoom in
Günter Hoffmann (von re) ehrt die Gr�ndungsmitglieder Thea Auster, Wolfgang Groß und Inge Leif
Weitere Gründungsmitglieder waren Heinrich Kohlhaas, der urlaubsbedingt entschuldigt fehlte und Hans-Dieter Auster, der leider vor drei Jahren viel zu früh verstorben ist. Weitere Ehrungen für engagierte Mitglieder folgten. So erhielten die beiden Urgesteine Uli Eupen (Bodendorf) und Wolfgang Fuchs (Erpel) interessante Präsente (goldener Schotterstein und goldener Schwellennagel), der lebenslang gewählte Geschäftsführer Günter Hoffmann eine originelle Bahnlampe und ein Stück Schiene aus dem Erpeler Tunnel.
Wolfgang Groß erhielt Präsente von Kurt Josten (2. v li) und Karl Heinz Joest (li)-Zoom in
Wolfgang Groß erhielt Präsente von Kurt Josten (2. v li) und Karl Heinz Joest (li)
Das große ehrenamtliche Engagement von Günther Hoffmann und Wolfgang Groß sowie das notwendige Verständnis der Partner stellte anschließend Willi Tempel mit einer engagiert vorgetragenen Rede in den Mittelpunkt seiner Laudatio.

Der Vorsitzende der Brexbachtalbahn Adolf Bongartz, im Vorjahr mit "Stop den Bock" ausgezeichnet, zeigte sich guten Mutes, dass "Stopp den Bock" Wirkung erzielen wird und weitere Streckenstilllegungen verhindert werden können. Dernaus Bürgermeister Alfred Sebastian dankte den Ahrtalbahnfreunden: "Wenn es Euch nicht gäbe, müsste man Euch erfinden". Weiter nannte Sebastian die Stichpunkte Mobilität und Barrierefreiheit.

Ahrtalbahn existenziell notwendig

Die Ahrtalbahn bezeichnete er als existenziell notwendig für Kinder, Touristen, ältere Leute und Berufspendler. Wolfgang Groß, Sprecher und Mitgründer der Ahrtalbahnfreunde,
Die Urgesteine  Wolfgang Fuchs und Uli Eupen (von li)-Zoom in
Die Urgesteine Wolfgang Fuchs und Uli Eupen (von li)
beleuchtete die jahrzehntelange Bedeutung der damaligen Bundesbahn als wichtigen und sicheren Arbeitgeber an den ganzen Strecken. Und dies waren beträchtlich viele, denn alle Bahnhöfe waren mit Stellwerken, Güterabfertigungen, Fahrkartenausgaben und Stationsvorsteher besetzt. Für die Züge brauchte man Lokführer, Heizer, Zugführer, Schaffner und Rangierer. Mit diesem Arbeitgeber verbunden waren auch viele soziale Dinge, weil die Bezahlung bei harter Arbeit niedrig war: günstiger Urlaub beim Sozialwerk, billigere Fahrkarten, Beratung für Rentner und Rentnerinnen in allen Fragen, eben ein sozialer Zusammenhalt, man traf sich und kannte sich. So habe ich das 1980 kennengelernt, seit 1983 gehörte die Ahrstrecke zur Hauptdienststelle Bahnhof Remagen. Dort war Wolfgang Groß viele Jahre Bahnhofsvorsteher. Diese Ära endete dann 1994, vorhersehbar, aber bei den Auswirkungen der Bahnreform doch überraschend für viele Eisenbahner. Es änderte sich viel, vor allem ging der soziale Zusammenhalt kaputt. Es gab Modernisierungen, Arbeitsplätze wurden abgebaut, Beratungen wurden gestrichen. Wie überall. Arbeitssituationen änderten sich, soziale Leistungen wurden abgebaut. 1994 wurden wir in alle Winde verstreut. Als Folge kam es dann einige Jahre später zur Gründung der "Freunde der Ahrtalbahn". Heute bieten diese eine Kommunikationsplattform über aktuelle Themen rund um die Bahn, viele Fahrten zu interessanten Eisenbahnzielen im
Bürgermeister Fred Sebastian (Dernau) ist gern gesehener Gast bei den Eisenbahnfreunden-Zoom in
Bürgermeister Fred Sebastian (Dernau) ist gern gesehener Gast bei den Eisenbahnfreunden
In- und Ausland, Informationen über Veranstaltungen im Eisenbahnbereich in der Region und es werden Sonderzugfahrten durchgeführt. Daneben kümmert sich die Gruppe auch noch um die Verbesserung von Fahrplänen der Züge, günstigere Fahrpreise und versucht weiteren Arbeitsplatzabbau zu verhindern. Und einmal jährlich wird eine Bürgerschaftsfahrt durchgeführt. Aktuell bemühen sich die Ahrtalbahnfreunde insbesondere um die dringend notwendige Erneuerung der Bahnsteige bei den Bahnhöfen Ahrweiler und Sinzig.


Fotos: Willi Tempel